Beitrag verfasst von  Beitrag verfasst von Jacques.

Seit Jahrtausenden steht der Mensch an der Spitze der Nahrungskette. Unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten haben es uns ermöglicht, große Städte zu bauen, gefährliche Krankheiten auszumerzen, neuartige Technologien zu entwickeln, einzigartige Kunst zu erschaffen. Dabei vertrauen wir blind auf das Zusammenspiel zwischen unseren Sinnen und unserem Gehirn. Wir halten uns für untäuschbar.

Doch können wir wirklich immer unseren Augen trauen?

Hier gehen wir dem Phänomen der Optischen Täuschung auf den Grund: Wo liegt die Grenze zwischen Wahrheit und Illusion? Wie ist die optische Irreführung zu erklären?

Wir zeigen dir an 5 Beispielen, wie leicht es ist, dein Gehirn auszutricksen.

 

Wir alle nehmen mit unseren Sinnen wahr. Wenn man von dem ominösen „Sechsten Sinn“ absieht — man denke an den berühmten Satz: Ich sehe tote Menschen aus dem Film Sixth Sense — besitzt jeder Mensch fünf Sinne: Riechen, Fühlen, Hören, Schmecken, Sehen. Einige Wissenschaftler plädieren mittlerweile dafür, auch den Gleichgewichtssinn zu unseren essentiellen Eigenschaften hinzu zu zählen. Generell lässt sich sagen, dass jede Sinnestäuschung auf einer unvollständigen Wahrnehmung beruht. Einfacher ausgedrückt: Das Gehirn bekommt falsche oder unzureichende Informationen.

An den folgenden Bildern könnt ihr selbst testen, ob sich euer Gehirn von euren Augen täuschen lässt. Viel Spaß!

Täuschung 1:

Quelle: https://pixels.com/featured/parallel-lines-michael-tompsett.html

Dieses schachbrettartige Muster ist unser erstes Beispiel für eine Optische Täuschung. Auf den ersten Blick scheinen die Linien sich chaotisch über das Feld zu ziehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! In Wahrheit haben wir es mit geraden Linien zu tun, sowohl waagerecht wie auch senkrecht. Zudem sind die horizontalen Linien absolut parallel.

Ihr glaubt es nicht? Kleiner Tipp: haltet ein Lineal oder die gerade Kante einer Kreditkarte an das Muster und ihr werdet sehen, dass die Linien absolut gerade sind und dass euer Gehirn ausgetrickst wurde!

Täuschung 2:

 

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bc/Mond-vergleich.svg/1200px-Mond-vergleich.svg.png

Der orangene Punkt auf der rechten Seite ist größer als der auf der linken Seite, oder?

Falsch gedacht! Die Punkte sind exakt gleich groß. Hier hat euch das Auge wieder betrogen.

Es geht in diesem Beispiel um die sogenannte Relativität der Größen: Die orangene Kugel auf der linken Seite ist kleiner als die umgebenden grauen Kugeln. Deswegen wirkt der orangene Punkt (relativ zu den grauen Punkten) viel kleiner als er in Wahrheit ist. Auf der rechten Seite ist es genau umgekehrt: Die grauen Kugeln sind deutlich kleiner und lassen den farbigen Punkt darum verhältnismäßig (relativ) größer erscheinen.

Auch hier könnt ihr wieder gerne nachmessen!

Täuschung 3:

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b1/Revolving_circles.svg/350px-Revolving_circles.svg.png

Hier müsst ihr euch jetzt ein bisschen bewegen, um getäuscht zu werden!

Konzentriert euren Blick auf den kleinen Punkt in der Mitte des Bildes und bewegt dann den Kopf abwechselnd nach vorne und nach hinten. Die kreisförmigen Muster scheinen sich auf einmal wie Zahnräder zu bewegen, obwohl sie in Wahrheit starr sind.

Grund dafür ist, dass ihr eure Augen auf ein genaues Ziel fixiert (in diesem Fall der kleine Punkt). Alles drum herum seht ihr nunmehr mit eurem peripherem Sehen.

Täuschung 4:

Quelle: http://brainpages.org/wp-content/uploads/2012/08/new-elephant-leg-illusion.jpg

 

Dieses Bild scheint auf den ersten Blick ziemlich einfach. Doch: Wieviele Beine hat dieser Elefant wirklich?

Dies könnt ihr mit Freunden testen. Die Meinungen gehen oft auseinander, zwischen vier und acht Beinen sind sichtbar. Wer zählt richtig?

Der Kniff bei diesem Bild ist, dass nur eines der Beine „richtig“ (also vollständig) gezeichnet ist, und zwar das hintere! Alle anderen Beine gehen ineinander über: Das Gehirn hat keinen richtigen Anhaltspunkt mehr. Wo hört das eine Bein auf und wo fängt das andere an?

Täuschung 5:

 

Quelle: http://www.illusions.org/dp/1-17.htm

 

Bei diesem Beispiel lässt das Gehirn etwas verschwinden!

Wenn du mehrere Sekunden auf den schwarzen Punkt in der Mitte des Bildes starrst, verschwindet die graue Farbe rundherum. Je länger du den Punkt fixierst, desto mehr löst sich die graue Farbe auf. Auch hier geht es wieder um den Fokalpunkt-Effekt: Der schwarze Punkt ist viel schärfer, verglichen mit der grauen Farbe. Dadurch, dass wir uns genau auf diesen Punkt konzentrieren, fällt das „Drumherum“ aus unserem Fokus heraus.

 

Illusion: Die Ursprünge des Films

 

Übrigens basiert auch das Medium Film gewissermaßen auf Optischen Täuschungen. Einer der Vorgänger des Filmes, wie wir ihn heute kennen, waren früher Drehscheiben mit einzelnen Bildern, die wegen der Bewegung einen sogenannten „stroboskopischen Effekt“ verursachten: Es sah aus, als würden sich die Figuren auf den Bildern bewegen. In den 1830er Jahren faszinierten diese „Zauberscheiben“ die Menschen.

Nicht anders funktionieren auch die kleinen Heftchen mit Zeichnungen, die man als Kind hatte: Beim „Daumenkino“ löst die schnelle Abfolge von kleinen Bildchen die Illusion der Bewegung aus.

 

Hier seht ihr die vielleicht berühmteste „Zauberscheibe“, von dem englischen Filmpionier Eadweard Muybridge im Jahr 1893 konzipiert. In der Bewegung wirkt das Paar, als würde es einen Walzer tanzen:

 

 

Quelle: https://www.flickr.com/photos/trialsanderrors/1570484151